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    Mein Kindheitstraum in Celeste.

    Manche Menschen haben einen Kindheitstraum, der irgendwann verloren geht.
    Meiner stand schon sehr früh auf zwei Rädern. Und irgendwie hat er mich nie wieder losgelassen.
    Wer den deutschen Radsport so liebt wie ich und in den Jahren nach der Wende im Osten geboren wurde, hat im Sommer 1997 ein Fieber mitbekommen, das damals durchs ganze Land ging. Ein Fieber in Magenta. Denn plötzlich trug ein Deutscher das Gelbe Trikot der Tour de France: Jan Ullrich.

    Und ab diesem Moment war mein Leben irgendwie dem Fahrrad gewidmet.

    1997 war sowieso ein Jahr, in dem gefühlt alles auf Anfang stand.
    Meine Eltern hatten sich kurz davor auf keine schöne Art getrennt. Mein Vater und ich lebten alleine in einem kleinen Plattenbau und teilten uns ein Zimmer. Ich wurde eingeschult, wir hatten plötzlich ein neues türkisfarbenes Auto und fuhren das erste Mal zusammen in die Alpen. Nur wir zwei. Wenn ich heute darüber nachdenke, musste ich damals irgendwie auch viel zu früh erwachsen werden. Mein Vater arbeitete als Rettungssanitäter in 24-Stunden-Schichten und ich war als kleiner Pimpf oft allein. Schlüsselkind ab der ersten Klasse. Morgens selber aufstehen, zur Schule gehen, irgendwie klarkommen. Ich glaube, irgendwann schreibe ich darüber noch ausführlicher.
    Heute soll es eher darum gehen, warum mich der Radsport nie wieder losgelassen hat.